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Freundeskreis Marktkaufleute

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Zur Geschichte des Markthandels


Auf den Märkten gibt es Wirtschaft zum Anfassen. Die allgemeine Wirtschaftsgeschichte aus dem Mittelalter bis zur Neuzeit spricht über den Markthandel eine deutliche Sprache.Handel und Gottesdienst waren immer schon auf das Engste miteinander verknüpft. Die ältesten Privilegien zur Gründung von Märkten wurden durch Könige, Grafen und Fürsten in erster Linie an Kirchen und Klöster verliehen. Der Begriff Messe wurde zur Bezeichnung sowohl des Gottes-dienstes als auch des Jahrmarktes gebraucht.Feste und Märkten verraten ihren religösen Ursprung bis in den heutigen Tag durch ihren Namen, wie der Laurentiusmarkt in Daun, Bartholomäusmarkt in Bad Ems, Andreasmarkt in Kirn, Peter und Paul-Messe in Trier, Katharinenmarkt in Treis-Karden, Michaelismarkt in Bernkastel-Kues und der zum ersten Male im Jahre 1405 durchgeführte Lukasmarkt in Mayen. Weit über die Eifel hinaus bekannt geworden durch das dort erstmalig aufgestellte Schaustellergeschäft:

"Haut den Lukas"


Von allen bis zum Ausgang des 12. Jahrhunderts in Deutschland für Marktgründungen erteilten Privilegien, kommen 90 % auf die Geistlichkeit.Marktbesucher und Beschicker standen unter dem besonderen Schutz der Könige und der Marktschutz auch der Marktfriede genannt - der königlichen Kaufleute lag in der Obhut von Schultheißen. Marktrechte von Städten und Gemeinden erstreckten sich meist über weite Gebiete. Die Funktion der Märkte und der Marktplatz haben immer schon eine zentrale Position eingenommen. Die verliehenen Stadtrechte standen in engster Beziehung zum Marktrecht, welches oftmals Jahrhunderte überdauerte.So wie sie früher als königlich angesehen wurden, so sind die Märkte auch heute noch von den Verantwortlichen aus Politik, Wirtschaft und Kultur zu erhalten, pflegen und zu schützen. Nur so dürfte der kulturelle Wert erhalten bleiben und die persönliche Begegnung vermehrte Achtung finden. Die Verödung der Städte und Gemeinden würde unter dem völligen Verschwinden der Wochen-Monats- und Jahrmärkte, wo im Gegensatz zu den häufig anonymen Verbrauchermärkten, nicht nur Waren ausgetauscht, sondern auch soziale Kontakte geknüpft werden, spürbar weiter voranschreiten. Dasselbe gilt natürlich auch für Volksfeste, Zirkus- und Theatervorstellungen unter freiem Himmel, die den Städten und Gemeinden Vergnügen und Unterhaltung bringen.

Bei (geschätzen) 315.000 Markthandelsbetrieben, die an ca. 120.000 Markttagen im Jahr bundesweit tätig sind, beugen durch ihre Mobilität nicht nur der Verödung von Klein- und Mittelzentren vor, sondern helfen mit die Sogwirkung der Grünen Wiese zu neutralisieren, garantieren gerade in den ländlichen Regionen langfristig die Angebotsvielfalt und sichern insbesondere regional wie überregional, direkt und indirekt, unbestritten und nachweisbar, hunderttausende von Arbeitsplätzen. Die Marktkaufleute verschaffen der Gesamtheit der Gewerbetreibenden Kundschaft aufgrund der im Stadt- oder Gemeindezentrum durch den Markt geschaffenen Betriebsamkeit. Außerdem ist ihre Anwesenheit ein nicht zu unterschätzender Faktor des Wettbewerbs. Markttage und Marktkaufleute schaffen in Städten und Gemeinden eine ungewohnte, stimmungsvolle Atmosphäre und heben für kurze Zeit die großen und kleinen Zentren aus dem Alltäglichen heraus. Insgesamt ist somit die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Bedeutung des Marktgewerbes ein unverzichtbarer Bestandteil des gemeinschaftlichen Binnenmarktes.

 

 

Michael Brämisch